Eine Welt

In Frieden investieren

"Wir sind dem biblischen Auftrag verpflichtet, Anwalt des Lebens zu sein. 'Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen' (Dtn 30,19). Mit dem Friedenswort der Deutschen Bischofskonferenz fordern wir, 'den Handel mit Waffen einzudämmen' und warnen vor den fatalen Folgen 'immer perfekterer Waffensysteme'", erklärte der Diözesanrat im März 2018. Im Bewusstsein, dass baden-württembergische Arbeitsplätze an der Rüstungsindustrie hängen, setzt sich die Katholikenvertretung als Mitglied der ›Aktion Aufschrei. Stoppt den Waffenhandel für eine restriktive Rüstungspolitik und für eine Konversion der Rüstungsindustrie ein - und für Investitionen in gewaltfreie Friedensinitiativen. In einer Welt „in der politische Ziele wieder durch den Einsatz militärischer Gewalt durchgesetzt werden, müssen nicht intelligente Waffen, sondern intelligente Friedenslösungen" gesucht werden, formulierte im Juni der evangelische Landesbischof Frank Otfried July. Im Blick auf die kürzlich in Stuttgart gastierende Rüstungsmesse ITEC ergänzte er: "Ich freue mich auf die erste Messe für intelligente Friedenslösungen in Stuttgart und lade herzlich ein, sich dazu Gedanken zu machen."
Erklärung des Diözesanrats zur Rüstungsmesse ITEC 03/2018
Erklärung des Diözesanrats zum Waffenhandel 03/2012
Friedenswort der Deutschen Bischofskonferenz 09/2000

"Wir können uns auch vor unangenehmen Fragen nicht mehr drücken: Ethik automatisierter Waffen, nukleare Abschreckung, Rüstungsexporte. Das wird heftige politische Debatten geben, aber so etwas gehört nun mal zur politischen Kultur und stärkt am Ende auch die gesellschaftliche Unterstützung für die Bundeswehr", sagt der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Karl-Heinz Kamp, im Magazin KOMPASS der Militärseelsorge. Die Maiausgabe gibt aufschlussreiche Informationen zur Entwicklung der Bundeswehr (05/2018).

Agenda 2030

"Wir müssen das Bewusstsein für unsere weltweite Verantwortung wachhalten und immer wieder schärfen", mahnte die Vorsitzende des Diözesanausschusses Eine Welt, Brigitte Willbold-Mulach - zurecht, wie Gertrud Casel, Geschäftsführerin der Deutschen Kommission Justitia et Pax, in einem Gastreferat beim Diözesanrat aufzeigte.

Während die Hilfen für die verheerende Hungerkatastrophe in Ostafrika deutlich unterfinanziert seien, werde gleichzeitig ein Vielfaches „in eine neue Runde Wettrüsten“ investiert, so Casel. „Ich fürchte, wir rutschen da wieder in einen mörderischen Widerspruch hinein, und dies ohne jegliche öffentliche Aufmerksamkeit“, sagte die Entwicklungsexpertin. 

Die Kirche mit ihren vielfältigen Verbreitungs- und Umsetzungsmöglichkeiten könne viel dazu beitragen, die 17 Ziele der UN-Agenda 2030 bekannt zu machen. Allerdings sei die Glaubwürdigkeit des Einsatzes für nachhaltiges Wirtschaften und Leben „abhängig von der Umsetzung in kirchlichen Einrichtungen und Verwaltungen selbst“. Alle Einrichtungen, jeder Arbeitsbereich, aber auch jedes Kirchenmitglied sei mitverantwortlich, dass lokale und globale Nachhaltigkeit zur Routine wird, ermunterte Dieter Schmid, Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltige Entwicklung.

Bündnispartnerschaften

Gemeinschaft macht stark. Gemeinsam können gesellschaftliche Kräfte, die sich für eine bessere Welt einsetzen, mehr erreichen. Deshalb ist der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart Mitglied in Bündnissen:

Aktionsbündnis gegen AIDS "Leben ist Menschenrecht"
setzt sich dafür ein, dass Menschen in allen Ländern Zugang zu HIV-Prävention und zur notwendigen Versorgung bei einer Erkrankung erhalten, und dass Deutschland einen angemessenen Beitrag für die globale Bewältigung von HIV und Aids leistet.

Aktion Aufschrei "Stoppt den Waffenhandel!"
strebt einen generellen Stopp deutscher Rüstungsexporte an und setzt sich für eine demokratische Kontrolle und für Transparenz im Waffenhandel ein.

erlassjahr.de "Entwicklung braucht Entschuldung" 
setzt sich für einen fairen Umgang mit verschuldeten Staaten und für ein internationales Insolvenzverfahren ein.