»Aus diesen Angaben wird klar, daß eine Hilfe von Priester zu Priester notwendig ist. Es geht nicht um Bauten oder Sachprojekte, sondern um den Menschen, der für den apostolischen Auftrag lebt.«

Protokoll Priesterratssitzung vom 9. März 1972

Die Aktion PRIM gibt es bundesweit. Der Priesterrat Rottenburg-Stuttgart hat von Anfang an entschieden, die Aktion PRIM als kontinuierliche Unterstützung ohne Antragsverfahren durchzuführen. Die Mitbrüder sollten direkt und regelmäßig eine zuverlässige Unterstützung zu ihrer Existenzsicherung erhalten und selbst entscheiden, wofür sie das Geld am notwendigsten brauchen. Die Spenden aus anderen Diözesen dagegen werden über missio Aachen an Bischöfe aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Ozeanien weitergegeben, die einen entsprechenden Antrag stellen.

Den endgültigen Beschluss fasste der Priesterrat im März 1972. Ein Vierteljahr später hatten 41 Prozent der württembergischen Priester einen Auftrag für eine dauerhafte Spende erteilt. Im Protokoll des Priesterrats war zu lesen: „Durch das besondere Abzugsverfahren bringt Rottenburg soviel Spenden auf wie alle anderen deutschen Diözesen zusammen.“ Den Erfolg führte der Priesterrat auch auf den Sonderweg der Diözese Rottenburg-Stuttgart zurück, der, wie es in einem Protokoll heißt, „in der Bischofskonferenz nicht ohne Widerspruch geblieben“ ist.

Möglich war dieser Sonderweg, weil die Diözese Rottenburg-Stuttgart unmittelbar nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil bereits 1967 ein Referat für weltkirchliche Beziehungen eingerichtet hat. Bis heute sind die Erfahrung, das Wissen und die Kontakte der - wie sie heute heißt - Hauptabteilung Weltkirche die notwendige Grundlage für den besonderen Weg, den unsere Diözese bei der Aktion PRIM vor fast 50 Jahren eingeschlagen hat.

Als erstes Land wurde der afrikanische Staat Malawi gefördert. Seit 1973 gibt es die Partnerschaft mit den Mitbrüdern in Äthiopien, seit 1980 im Sudan. Als die Länder sich spalteten, blieb die Hilfe bestehen, und so sind seit 1991 Eritrea und seit 2011 der Südsudan Empfängerländer. Zeitweise erhielten auch Priester in Argentinien (1974 – 1993) und Bolivien (1980 – 1993) Hilfe. Die Hilfe für die Priester in Malawi endete 1998.