Diözesanrat vernetzt sich

Mit großer Mehrheit hat der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart dem Antrag ihrer ZdK-Mitglieder Maria Berger-Senn und Paul Magino zugestimmt, als württembergische Katholikenvertretung dem „Netzwerk Diakonat der Frau“ beizutreten. Außerdem entsandte er Delegierte in Stiftungen und Gremien und richtete zusätzliche Sachausschüsse ein.

Diözesanrat unterstützt Diakonenweihe für Frauen

„Mit dem Beitritt zum Netzwerk Diakonat der Frau begrüßt der Diözesanrat die Initiative von Papst Franziskus, die Möglichkeit der Öffnung des Diakonenamts für Frauen prüfen zu lassen“, erklärte Priesterratssprecher Paul Magino. „Unser Einsatz für die Weihe von Diakoninnen würdigt die Tatsache, dass karitative Arbeit in der Kirche hauptsächlich von Frauen geleistet wird, und stärkt das diakonische Profil der Kirche“, erläuterte Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn. Bei der Abstimmung über den Beitritt des Diözesanrats haben zwei der rund 85 anwesenden Stimmberechtigten gegen den Beitritt gestimmt, ein Mitglied hat sich enthalten. Bereits 2011 hatte sich die württembergische Katholikenvertretung einer Erklärung des Zentralkomitees deutscher Katholiken angeschlossen, die die Weihe von Frauen zu Diakoninnen forderte.

Der Verein „Netzwerk Diakonat der Frau“ entstand vor 20 Jahren in Stuttgart aus einem bundesweiten Netzwerk. Seitdem setzt sich die deutschlandweite Initiative dafür ein, durch den gemeinsamen und gleichberechtigten diakonischen Dienst von Männern und Frauen die Dimension der Nächstenliebe in der katholischen Kirche zu stärken. Dazu gehört nach Auffassung des Netzwerks auch, Frauen zu Diakoninnen zu weihen und dadurch zu manifestieren, dass die Nächstenliebe ein Wesenskern der Kirche ist.

Diözesanrat wählt Delegierte

Der im März neu konstituierte Diözesanrat hat zusätzliche Sachausschüsse und Delegierte - unter anderem für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken - gewählt.

Priesterratssprecher Paul Magino (Esslingen), Maria Berger-Senn (Böblingen) und Daniel Noa (Ludwigsburg) vertreten wie bereits in der letzten Amtsperiode die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurde Gabriele Derlig (Reutlingen), die den Diözesanrat in der Kommission sexueller Missbrauch (KsM) der Diözese Rottenburg-Stuttgart vertritt. Bereits 2002 hatte Bischof Gebhard Fürst die Kommission eingerichtet. Sie ist im Bereich der Aufklärung und Untersuchung von Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und allen Bereichen der Diözese tätig.

Helmut Romer (Langenau bei Ulm) vertritt die württembergischen Katholiken als ständiger Gast in der evangelischen württembergischen Landessynode. Sein Stellvertreter ist Pfarrer Albrecht Zepf (Oberndorf am Neckar).

Christoph Burandt (Burgrieden im Landkreis Biberach) entscheidet zukünftig in einem Ausschuss über die Mittelvergabe aus dem Fonds für Flüchtlingshilfe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit, den der Diözesanrat in den vergangenen drei Jahren mit insgesamt knapp zehn Millionen Euro für regionale und örtliche Projekte ausgestattet hat.

Vertreten ist der Diözesanrat außerdem in mehreren Stiftungsräten, in der Delegiertenversammlung des Diözesancaritasverbands, in der bischöflichen Frauenkommission, im Vergabeausschuss des „Zukunftsfonds Kindergarten“, in der Katholischen Erwachsenenbildung (keb), im Forum Katholische Seniorenarbeit sowie im diözesanen Hilfsfonds, einer finanziellen Solidargemeinschaft kirchlicher Einrichtungen, und in der Ausgleichstockkommission, die für die gerechte Gestaltung der Finanzierung der Kirchengemeinden zuständig ist.
Liste der Gewählten - externe Gremien

Der Diözesanrat beschloss, seine Sachausschüsse „Europa“ und „Nachhaltige Entwicklung“ fortzuführen, und gründete einen Ausschuss mit der Aufgabe, diverse diözesane Satzungen und Ordnungen zu überarbeiten.
Liste der Gewählten - Ausschüsse

Liste der Gewählten nach Regionen


Überschwemmungen in der Region

Dass in der Nähe das Tagungsorts Kloster Schöntal das schwer von den Überflutungen betroffene Braunsbach liegt, wollten die Diözesanratsmitglieder nicht einfach übergehen. In einer spontanen Aktion spendeten sie am Samstag fast 1200 Euro für die Braunsbacher. Direkt vor der Sitzung hatten auf Initiative der Diözesanrätin Brigitte Willbold-Mulach, die in einem Nachbarort wohnt, Generalvikar Clemens Stroppel und Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn Braunsbach besucht. Dankenswerterweise nahmen sich Landrat Gerhard Bauer, Bürgermeister Frank Harsch, Mitglieder des Gemeinderats und des Kirchengemeinderats sowie Dekan Thomas Hertlein, Pfarrer Werner Funk und Dekanatsreferent Josef Keiner Zeit für Gespräche.

 

Zum Nachlesen: Predigt Generalivkar Dr. Clemens Stroppel "Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten!"