Priesterrat tauscht sich intensiv zum Prozess „Kirche der Zukunft aus“

Der zwölfte Priesterrat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich am Montag, den 20. April 2026 zu einer außerordentlichen Onlinesitzung getroffen. Gemeinsam mit Bischof Dr. Klaus Krämer hat sich das Gremium intensiv über zentrale Fragen zur Rolle und Zukunft des priesterlichen Dienstes im Zusammenhang mit dem Prozess „Kirche der Zukunft“ ausgetauscht.

Bildschirmfoto der Teilnehmenden am Onlinemeeting des Priesterrats. (Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Ines Szuck)

Im Mittelpunkt des Austausches standen dabei folgende Fragen und Herausforderungen: was braucht es als Priester, um in den künftigen größeren Räumen leben und arbeiten zu können? Was bedeuten die Veränderungen im Prozess für die priesterliche Identität? Wie kann eine gemeinsame Spiritualität in den dann größeren Teams gestaltet und aktiv gelebt werden und was brauchen die Priester, um den Prozess konstruktiv mitgestalten und gut begleiten zu können? 

Es wurde deutlich, dass, um in größeren Räumen leben und arbeiten zu können, Priester  neben strukturellen Anpassungen und neuen Formen gemeinschaftlichen Lebens vor allem eine innere Bereitschaft und Mut brauchen. Hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung von Priestergemeinschaften, klaren Aufgabenprofilen sowie einer guten Balance zwischen Leitung, Seelsorge und persönlicher Beheimatung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der priesterlichen Identität im Wandel. Dabei wurde deutlich: Die priesterliche Identität darf nicht auf Leitungsaufgaben reduziert werden, sondern muss in Verkündigung, Liturgie und Seelsorge verwurzelt bleiben. Zentral wird es dabei auch um eine theologische Reflexion gehen müssen. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit betont, Rollen klar zu definieren und Teamarbeit zu stärken, um Überlastung zu vermeiden und unterschiedliche Charismen aller pastoralen Mitarbeitenden einzubringen.

Auch die gemeinsame Spiritualität in größeren Teams wurde intensiv diskutiert. Denn eine gemeinsam gelebte Spiritualität bilde die Grundlage für Zusammenarbeit und solle durch regelmäßige geistliche Praxis, Austausch und gemeinsame Erfahrungen gestärkt werden. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist der Respekt vor unterschiedlichen Berufungen und eine „versöhnte Verschiedenheit“.

Abschließend wurde deutlich: Der Prozess „Kirche der Zukunft“ ist nicht nur ein Strukturwandel, sondern ein geistlicher Entwicklungsweg. Für den weiteren Prozess und dessen gelingende Umsetzung wurde die breite Beteiligung der Priester als entscheidend hervorgehoben. Dazu brauche es geeignete Beteiligungsformate, Räume für Austausch unter besonderer Einbeziehung jüngerer und älterer Priester. Zudem wurde angeregt, die Ausbildung aller pastoralen Berufe wieder verstärkt gemeinsam zu gestalten, um Teamfähigkeit zu fördern und ein gemeinsames Verständnis von kirchlichem Dienst zu entwickeln. Dabei wurde betont, dass die Entwicklungen zum Prozess frühzeitig in die Ausbildung integriert bzw. darin umgesetzt werden müssen. Außerdem brauche es Zeit und klare Priorisierungen. Ziel ist es, den Wandel gemeinsam, verantwortungsvoll und geistlich fundiert zu gestalten.

Dem Priesterrat war es wichtig, diese Themen auch weiterhin innerhalb des Prozesses lebendig zu halten und weiter daran zu arbeiten. 

In Formaten wie Werkstatttagen, Begegnungstreffen und der Priesterratssitzung im Juli 2026 sollen die Inhalte fortgeführt und weiterentwickelt werden.