Nicht hilfreich

Zum Brief des Präfekten der Glaubenskongregation an Kardinal Reinhard Marx.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Diözesanratspräsidiums der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn, Priesterratssprecher Paul Magino und Beisitzerin Veronika Rais-Wehrstein haben sich zum Umgang mit der Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz "Mit Christus gehen – der Einheit auf der Spur. Konfessionsverschiedene Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie" geäußert:

„Wir freuen uns über die erneute Ermutigung seitens Papst Franziskus‘, auf dem Weg der Ökumene weiterzugehen. Allerdings halten wir Katholiken an der Basis die derzeitige Kommunikation über die Frage des Kommunionempfangs konfessionsverbindender Ehepaare für nicht hilfreich, und sie schadet dem Ansehen unserer Kirche. Das ist bedauerlich, zumal viele Hoffnungen, bei manchen aber auch Sorgen mit diesem Thema verbunden sind. Wir hoffen jetzt auf einen vom Geist des Evangeliums getragenen, transparenten und für alle Gläubigen nachvollziehbaren Klärungsprozess, der auch regional unterschiedlichen Situationen Rechnung trägt, und auf weitere intensive ökumenische Bemühungen aller Konfessionen.

Bereits 2012 hat unser Diözesanrat im Rahmen unseres diözesanen Dialogprozesses die Bischöfe aufgefordert, ‚hinsichtlich der Zulassung zum Kommunionempfang alles Erdenkliche zu tun, damit dies insbesondere für diejenigen nichtkatholischen Christen in konfessionsverbindenden Ehen und Familien ermöglicht wird, für die dieser wie für den katholischen Partner ein starkes geistliches Bedürfnis ist und bei denen die rechte Disposition dafür gegeben ist‘. Wir haben auf den Schmerz und die Belastungen bei den Betroffenen hingewiesen, die den ehrlichen und reflektierten Wunsch haben, gemeinsam die Heilige Kommunion zu empfangen. Wir haben hervorgehoben, dass nach katholischem Verständnis eine gültige Eheschließung zwischen Partnern unterschiedlicher Konfessionen ein sakramentales Geschehen ist und damit der nichtkatholische Partner durch Taufe und Ehe durch ein doppeltes sakramentales Band mit der katholischen Kirche verbunden ist.“

Positionierung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart „Schritte zu einem neuen Umgang mit Ehepartnern und Familienangehörigen aus konfessionsverbindenden Ehen und Familien“ vom 30. November 2012

HINTERGRUND

Über die Vorgänge und den Wortlaut des Briefs informiert katholisch.de

Die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz hat mitgeteilt:
"Der Brief des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre vom 25. Mai 2018 hat den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute Abend (4. Juni 2018) erreicht. Beim Gespräch am 3. Mai 2018 in Rom wurde den dort teilnehmenden Bischöfen gesagt, dass sie 'im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung' finden sollten. Der Vorsitzende ist deshalb überrascht, dass noch vor dem Finden einer solchen einmütigen Regelung jetzt dieses Schreiben aus Rom eingegangen ist. Der Vorsitzende sieht auch nach dem Brief weiteren Gesprächsbedarf innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz, vor allem auch im Ständigen Rat und in der Herbst-Vollversammlung, aber auch mit den entsprechenden Römischen Dikasterien und dem Heiligen Vater selbst."

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hat sich mit einem kurzen Aufruf an die Gläubigen gewandt:
"Kaum ein Land hat so viele konfessionsverbindende Ehen wie Deutschland. Die Familien, denen der Glaube wichtig ist, haben Wege der Eucharistiegemeinschaft in ihren Gemeinden gefunden. Die Familien, ihre Priester und Gemeinden sollen sich nicht verunsichern lassen."