Mutig und menschlich in die Zukunft

Mehr Ökumene ist möglich ... Und die Jugend macht Mut.

Die Ökumeneexperten Domkapitular Heinz Detlef Stäps und Dogmatikprofessorin Dorothea Sattler meinen: Ökumene - da geht noch mehr!

Die Ökumene wird den Diözesanrat noch weiter beschäftigen.

Als Katholikenrat setzen sich die gewählten Diözesanratsmitglieder für die Öffnung der Diakoninnenweihe ein: "Die Zeit zu handeln ist jetzt!"

Gemeinsam mit Weihbischof Thomas Maria Renz vermittelten 19 Aktive dem Diözesanrat die aktuellen Ziele der katholischen Jugendarbeit - "Stunden der Freude und der Hoffnung nicht nur für Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn.

Weihbischof Thomas Maria Renz kann aus seiner Erfahrung heraus bestätigen, was eine neue Studie von Tübinger Professoren bestätigt: Jugendliche sind gläubig und sind spirituell auf der Suche - allerdings nicht unbedingt in der Institution Kirche.

Mit aktuellen Themen der Ökumene und mit der katholischen Jugendarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich der Diözesanrat am 27. und 28. April im Kloster Untermarchtal befasst. Außerdem befürwortete er in einer öffentlichen Erklärung die Weihe von Diakoninnen.

Ökumene
Die Intervention von sieben deutschen Bischöfen gegen die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz über den Kommunionempfang evangelischer Partner in konfessionsverbindenden Ehen hat bei den Diözesanratsmitgliedern Unverständnis ausgelöst. Gastreferentin Dorothea Sattler, Professorin für Ökumenische Theologie und Dogmatik und Direktorin des Ökumenischen Instituts in Münster, sagte, der Streit mache sie ratlos. Die Theologin widersprach der Auffassung, die ökumenische Praxis sei der Theologie voraus. Vielmehr müsse dringend das Lehramt in Einklang mit theologischen Entwicklungen gebracht werden. So sind laut Sattler hinsichtlich des Abendmahlsverständnisses über die Jahrzehnte hinweg weitgehende Annäherungen erreicht worden. In der Ämterfrage könne die Rückbesinnung, dass Jesus Christus sich in den Amtsträgern selbst erfahrbar mache und nicht die Amtsträger über seine Gegenwart bestimmten, einen Weg öffnen, nicht zuletzt für die Frauenfrage in der römisch-katholischen Kirche. Beifallskundgebungen der Delegierten machten deutlich, dass viele Diözesanratsmitglieder sich eine gegenseitige Öffnung des Abendmahls und ein auf Jesus Christus fokussiertes Amtsverständnis wünscht.

Weihe von Frauen zu Diakoninnen
In einer mit großer Mehrheit verabschiedeten öffentlichen Erklärung zum Tag der Diakonin verweist der Diözesanrat auf das jüngste apostolische Schreiben „Gaudete et exsultate“. Darin erklärt Papst Franziskus, „um die Heiligkeit Gottes in dieser Welt widerzuspiegeln“, seien weibliche Formen der Heiligkeit „unentbehrlich“. Der Diözesanrat bestärkt Bischof Gebhard Fürst, „mit anderen deutschen Bischöfen gemeinsam weitere Schritte zur Einführung des Frauendiakonats zu unternehmen“ und appelliert „an die Deutsche Bischofskonferenz, sich beim Papst dafür einzusetzen, in den deutschen (Erz)Diözesen die Einführung des Diakonats der Frau zeitnah zu ermöglichen“.

Jugend
„Die Jugend ist mein Augenstern“, antwortete Bischof Gebhard Fürst spontan auf die Frage, was ihn dazu bewegte, in der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Anschluss an die Jugendsynode des Vatikan ein Jahr der Jugend auszurufen. Ziel dieser besonderen Zeit, die am Jugendsonntag am 25. November beginnt und am 30. Mai 2019 an Christi Himmelfahrt endet, ist es, den Wert der Verbandsarbeit neu ins Bewusstsein zu rufen und besonders Haupt-, Real- und Berufsschüler zu den vielfältigen Angeboten der katholischen Jugendarbeit einzuladen. „Junge Menschen sehnen sich nach einem Sinn in ihrem Leben, folgen Idealen und suchen nach Spiritualität und erfüllenden Tätigkeiten. Antworten darauf vermuten sie nur selten in der Kirche“, erklärte Alexandra Guserle vom vierköpfigen Leitungsteam des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Von der katholischen Kirche wünschen sich junge Menschen mehr Beteiligungsmöglichkeiten, verlässliche Begleitung in Lebens- und Glaubensfragen, klare gesellschaftspolitische Positionierungen, aber auch einen Dialog mit den Wissenschaften, um die Zukunft zu mitgestalten. Das hat die Umfrage im Vorfeld der Jugendsynode des Vatikan ergeben. In Baden-Württemberg nehmen über 300.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr die Angebote der katholischen Jugendarbeit wahr. Allein in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bereichern 32.000 Kinder und Jugendliche als Ministranten die Gottesdienste, 14.600 sind verbandlich organisiert und im Dachverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) vernetzt. Die Präsenz in den Social Media ergänzt die persönliche Begegnung.

„Das waren für mich Stunden der Hoffnung und der Freude, diese Bandbreite an Aktivitäten und die Ideenvielfalt in der Jugendpastoral wahrzunehmen“, sagte Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn am Ende dieser Arbeitseinheit, „der Diözesanrat ist gerne bereit, dieses Engagement zu unterstützen.“ Der Diözesanrat befürwortete mit großer Mehrheit den Vorschlag, in der derzeit laufenden Überarbeitung der Kirchengemeindeordnung die Zahl der Jugendvertreter in den Kirchengemeinderäten von einer Person auf zwei zu erhöhen. Damit soll es jungen Katholiken leichter gemacht werden, in diesem Leitungsgremium mitzuarbeiten.