Mehr Kommunikation

Der Dialog zwischen den Religionen und Konfessionen stärkt die Gesellschaft.

Der Zusammenhalt in der Gesellschaft braucht den Dialog der Religionen auf allen Ebenen, und die jüdischen Gläubigen brauchen die Solidarität der Christen gegen antisemitische Anfeindungen, so Dr. Michael Blume.
Dr. Michael Blume im Dialog mit Dr. Hussein Hamdan von der diözesanen Akademie.
Dr. Josef Önder von der syrisch-orthodoxen und Erzpriester Ilya Limberger von der russisch-orthodoxen Kirche im Gespräch mit den Katholikenvertreter_innen. Ihnen ist die Entwicklung des orthodoxen Religionsunterrichts ein Anliegen.
Die vielfältige Vernetzung ist in der Notfallseelsorge notwendig - und macht die Organisation, aber auch die Finanzierung herausfordernd.
Die Wege in einen kirchlichen Beruf sind vielfältig und oft nicht geradlinig, aber immer ein Gewinn.
Der Diözesanrat findet die 72-Stunden-Aktion großartig und hat eine Wette laufen ...

Der Dialog mit dem Islam und die Ökumene mit den orthodoxen Kirchen stand im Mittelpunkt der Sitzung des Diözesanrats am 24. und 25. Mai  im Kloster Untermarchtal. Außerdem beschäftigte sich das 120-köpfige Gremium unter Vorsitz von Bischof Gebhard Fürst mit der Erweiterung der Öffentlichkeitsarbeit der Diözese und informierte sich über die Ausbildung für Seelsorgeberufe und über die Notfallseelsorge.

Interreligiöser Dialog ist notwendig
Bischof Gebhard Fürst betonte, der Dialog zwischen den Religionen sei für den Zusammenhalt der Gesellschaft und für den Weltfrieden von höchster Bedeutung. Gespräche seien auf allen Ebenen wünschenswert. Als beispielhaft bezeichnete der Bischof die Angebote der Akademie der Diözese, die interreligiöse und interkonfessionelle Veranstaltungen grundsätzlich nur unter Mitarbeit von Vertretern der anderen Religion oder Konfession vorbereitet und durchführt. Für die Islam-Beratung für Kommunen und das Bildungsprojekt „Islam im Plural“ hat die Akademie den promovierten Islam- und Religionswissenschaftler Hussein Hamdan angestellt. Das Projekt „Schatz des Orients“, das die orthodoxen Kirchen in Deutschland sichtbarer machen will, verantwortet der orthodoxe Theologe Vladimir Latinovic.

Michael Blume, Leiter des Referats für nichtchristliche Religionen beim Staatsministerium, ermutigte in der Diözesanratssitzung, auch auf privater Ebene den Kontakt zu Andersgläubigen zu suchen. Familien könnten muslimische Mitbürger zur häuslichen Feier christlicher Feste, etwa an Weihnachten, einladen und so die eigene Tradition zugänglich machen. Der interreligiöse Dialog diene auch der „Zukunft unserer Kinder“. Blume sprach sich für ein vernetztes Denken aus. Der westliche Lebensstil finanziere beispielsweise durch die hohe Abhängigkeit von Öl und anderen Rohstoffen autoritäre Staaten, Waffenhandel fördere gewaltsame Konflikte und somit auch Fluchtursachen.

Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn plädierte dafür, dass auch der jüdisch-christliche Dialog im Diözesanrat aufgegriffen wird: „Das Verständnis für die jüdische Religion ist eine zentrale Grundlage unseres christlichen Glaubens. Wir könnten damit angesichts des wachsenden und unter keinen Umständen auch nur im Ansatz zu tolerierenden Antisemitismus ein starkes Zeichen setzen. Als Christen müssen wir uns an die Seite der jüdischen Gläubigen stellen.“

Diözese baut Kommunikation aus
Mit drei neuen dezentralen Redaktionsstellen in Ulm für die Region Ulm-Ostalb, in Weingarten für die Region Bodensee-Oberschwaben, und in Heilbronn für die Region Heilbronn-Franken stärkt die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihre Öffentlichkeitsarbeit. Dafür gab der Diözesanrat am Samstag grünes Licht. Die beiden Pressesprecher der Stabsstelle mediale Kommunikation in Rottenburg und Stuttgart sollen verstärkt die Regionen Stuttgart sowie Schwarzwald-Neckar-Alb mitbetreuen. „An den Standorten der größten Tageszeitungen im württembergischen Raum verdichten unsere zukünftigen Regionalredaktionen den Kontakt zu den Medien“, erklärte Mediendirektor Thomas Brandl. Die neuen Redaktionen machen die Aktivitäten und die Vielfalt der Kirche vor Ort sichtbarer, gewinnen und beraten lokale Akteure für kirchliche Kommunikation und tragen Themen in die Fläche der Diözese, die sich auf fast 20.000 Quadratkilometern vom Bodensee bis nach Hohenlohe und vom Schwarzwald bis zur Ostalb erstreckt. Außerdem sollen sie einheitliche Standards in der Medienarbeit sicherstellen. Die neuen Stellen sollen im Lauf des Jahres mit erfahrenen Kommunikationsfachleuten besetzt werden.

Künftige Seelsorgerinnen und Seelsorger studieren vernetzt
Das vom angehenden Weihbischof Gerhard Schneider geleitete Team „Berufe der Kirche“ informierte die Katholikenvertretung über die Begleitung und Vernetzung angehender Priester, Diakone und Pastoralreferentinnen und -referenten bereits vor und im Studium. Im Proseminar Ambrosianum und im Wilhelmsstift in Tübingen treffen sich die Studierenden beim gemeinsamen Essen und Lernen und bei Veranstaltungen. So wachse das Verständnis für die verschiedenen Berufungen und Berufswege, erklärte Gerhard Schneider, und die spätere Zusammenarbeit in Pastoralteams sei bestens vorbereitet. In bewegenden Interviews erzählten junge Menschen den Delegierten, warum sie Seelsorgeberufe ergreifen wollen und wie sie in Studium, Ausbildung und durch begleitende Angebote zu ihrer Entscheidung finden.