Maria 2.0

Diözesanrätinnen protestieren. Bischof Gebhard Fürst lädt sie zum Gespräch ein.

Die Diözesanrätinnen Margret Kehle und Lydia Prakash unterbrechen die Diözesanratssitzung, erläutern die Anliegen der protestierenden Frauen und berichten von eindrücklichen Erfahrungen mit der Aktion Maria 2.0.
Mit weißen Schals stellen sich die Diözesanrätinnen an den Rand des Saals, so wie sie sich in bestimmten Belangen an den Rand der Kirche gestellt sehen ...
... und machen die Lücken sichtbar, die Kirchenaustritte von Frauen hinterlassen.

Den Tagesordnungspunkt "Berufungspastoral" nutzen am 25. Mai die Frauen im Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, um gegen die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in der katholischen Kirche aufzutreten. Als der designierte Weihbischof Gerhard Schneider zur Vorstellung der Arbeit seiner Diözesanstelle "Berufe der Kirche" ansetzte, standen die Frauen auf und stellten sich an den Rand des Saales im Bildungsforum des Klosters Untermarchtal. Die Kirche stelle die Frauen an den Rand, wenn sie Berufungen zum sakramentalen Amt nicht ernst nehme, erklärte Diözesanrätin Margret Kehle aus dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben in einer Stellungnahme. Mit der Aktion wollten die Diözesanrätinnen die Lücken sichtbar machen, die entstanden seien und in Zukunft drohten, wenn Frauen die Kirche aus Enttäuschung oder aus Gewissensgründen verließen. "Ich will nicht aus meiner Kirche austreten, ich will auch nicht evangelisch werden, wie einzelne geistliche Würdenträger den protestierenden Katholikinnen nahegelegt haben. Wir Frauen sind in höchster Sorge um unsere Kirche, deshalb setzen wir Zeichen", so Kehle. Diözesanrätin Lydia Prakash berichtete von einem bewegenden Gottesdienst zur Protestaktion Maria 2.0, der am 19. Mai den Rottenburger Dom füllte: "Wir haben darauf aufmerksam gemacht, dass wir Frauen diese Kirche lieben und sie in hohem Maße mitverantworten und tragen." Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn und weitere Diözesanräte, darunter auch Mitglieder des Priesterrats, unterstützten die Protestaktion, indem sie mit Schals die Farbe Weiß der Aktion Maria 2.0 aufgriffen.

Bischof Gebhard Fürst sprach am Ende der zweitägigen Diözesanratssitzung eine Einladung an die protestierenden Diözesanrätinnen aus: "Ich treffe mich gerne mit Ihnen, um mich näher über Ihre Anliegen auszutauschen."