Generalvikar würdigt Eugen Bolz

Bis zu seinem Tod am 23. Januar 1945 blieb Eugen Bolz am Glauben und an der Demokratie orientiert.

Bild: DRS - Quelle: Pfarrbriefservice.de

Das Tagesevangelium am 74. Todestag des gebürtigen Rottenburgers Eugen Bolz, der als Politker der Weimarer Republik und Märtyrer des Nationalsozialismus für die Demokratie kämpfte, lese sich "fast wie ein Programm des Lebens und Wirkens von Eugen Bolz bis zum Beschluss, ihn zu beseitigen", legte Generalvikar Clemens Stroppel im Gedenkgottesdienst in Rottenburg dar. Im dritten Kapitel des Markusevangeliums stelle Jesus mit dem Mann mit der gelähmten Hand "auch die weniger Ansehnlichen und Angesehenen" in die Mitte und proklamiere so die unbedingte Würde des Menschen (vgl. Mk 3, 3). So bedingungsos habe sich Bolz gegen die Unmenschlichkeit des Naziregimes und auf die Seite des Rechts, der Freiheit und des Gemeinwohls gestellt. Die Frage des Evangeliums, was erlaubt sei (am Sabbat Gutes oder Böses zu tun, ein Leben zu retten oder zu vernichten, vg. Mk 3, 4), habe Bolz eindeutig beantwortet. Er habe keine Doppelmoral gelten lassen, auch nicht um des vermeintlichen Wohls eines Vaterlandes willen. Und schließlich habe Bolz als "Folge seiner entschlossenen Haltung" erlitten, was das Evangelium auf Jesus hin berichtet, dass Mächtige, die ein menschliches System über die Würde des Menschen stellen, den Beschluss fassten, ihn zu töten (vgl. Mk 3, 6).

Predigt von Generavikar Dr. Clemens Stroppel zum 74. Todestag Eugen Bolz'