Dialog und Abgrenzung

Eine Arbeitshilfe für den Umgang mit Rechtspopulismus hat die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht.

Cover der Arbeitshilfe Nr. 305 der Deutschen Bischofskonferenz "Dem Populismus widerstehen"

"Bedeutet Populismus nicht eine besondere Nähe zum Volk? Und was sollte dagegen sprechen, dass Populisten sehr genau auf das Volk achten, seine Sorgen und Nöte aufgreifen und diese in Politik und Gesellschaft zu Gehör bringen? Und müssen wir als Bischöfe, ja als Kirche insgesamt nicht selbst ganz nah am Volk sein, wenn wir mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bekennen: 'Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi ...'", so fragen die Bischöfe Stefan Heße (Hamburg), Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Stephan Ackermann (Trier). Sie haben für die Deutsche Bischofkonferenz die Arbeitshilfe "Dem Populismus widerstehen" herausgegeben, um Gemeinden, kirchliche Verbände und Gruppen darin zu unterstützen, "sich mit Phänomenen des Populismus auseinanderzusetzen, vor allem mit rechtspopulistischen Tendenzen, die derzeit in Deutschland und Europa eine besondere Herausforderung darstellen". Denn die Bischöfe, Vorsitzende der Migrationskommission, der Pastoralkommission und der Deutschen Kommission Justitia et Pax, beantworten die eingangs zitierten Fragen klar: "Der Populismus aber, der uns heute herausfordert, widerspricht fundamental dieser Nähe zu allen Menschen. Und er widerspricht oft besonders der Nähe zu den 'Armen und Bedrängten aller Art'."

Der Stuttgarter Stadtdekan und Priesterrat Christian Hermes beurteilt die Arbeitshilfe als "gute Orientierung für kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, auch für unsere Gemeinden". Er teilt auch deren Haltung zur Frage, inwieweit man Diskussionen mit Vertretern rechter Positionen führen sollte: "Die Arbeitshilfe wirbt dafür, in den demokratischen Streit der Argumente einzutreten" – allerdings nur mit denen, die zum demokratischen System und dessen Verständnis von Diskussion stehen, nicht mit den "Scharfmachern und Hetzern, die keinerlei Interesse an einer gemeinsamen Lösung haben. Da muss man Grenzen ziehen", so Hermes im Intweview mit dem SWR.

Die Arbeitshilfe bietet Begriffsklärungen, Reflexionen zu Themen wie Familienbilder, Heimat, Islam und Asyl sowie positive Praxisbeispiele aus vielen Diözesen, u. a. das Demokratiemobil aus unserer Diözese.

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