Haushaltssitzung 2018

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart entscheidet der Diözesanrat in seiner Funkton als Kirchensteuervertetung über die Verwendung der Kirchensteuer und den Diözesanhaushalt. Dieser verzeichnet für das jetzt abgeschlossene Haushaltsjahr 2017 einen Überschuss von 23,6 Millionen Euro. Damit fördert der Diözesanrat Familien, Katholische Schulen und Initiativen der Flüchtlingshilfe im Land und weltweit. Im Bereich der Kirchengemeinden kann auf Grund eines entsprechenden Überschusses aus 2017 deren gemeinsame Rücklage um 18 Millionen Euro aufgestockt werden. Für gemeinsame Aufgaben und die Bezuschussung besonderer Investitionen legen sie 5,8 Millionen Euro in der Rücklage Ausgleichstock zurück.
Wer bekommt wie viel vom Jahresüberschuss aus dem Diözesanhaushalt?

Aussichten 2019/2020

Der Diözesanrat rechnet in den kommenden beiden Jahren mit einem Kirchensteuerplus von je einem Prozent und legt seinen Finanzplanungen ein Nettokirchensteuereinkommen von 558,6 Millionen Euro für das Jahr 2019 und von 561,3 Millionen Euro im Jahr 2020 zugrunde. Nach Abzug der Vorwegausgaben für überdiözesane und gesamtdiözesane Aufgaben verbleibt ein verteilbares Aufkommen von 522,8 bzw. 524,2 Millionen Euro, das sich Diözesanhaushalt und Kirchengemeinden jeweils hälftig teilen. In den Diözesanhaushalt fließen außerdem neben anderen kirchlichen Einnahmen rund 12 Prozent öffentliche Mittel.  Der Haushalt hat ein Volumen von rund 403 Millionen Euro. Die Kirchensteuerzuteilung in die Haushalte der Gemeinden und in die Budgets des Bischöflichen Ordinariats wird in beiden Jahren mit je plus 3,5 Prozent fortgeschrieben.

Freuen dürfen sich finanzschwache Orte: „Kleine Gemeinden werden überdurchschnittlich gefördert: Die Mindestausstattung einer Kirchengemeinde, die sogenannte Sockelgarantie, wird in den kommenden zwei Jahren um jeweils fünf Prozent erhöht und mit weiteren Einmalbeträgen in Höhe einer halben Million Euro in 2019 und einer Million in 2020 ausgestattet“, erklärte Generalvikar Clemens Stroppel. Auch die Zuschüsse, die kleine Gemeinden für ihre Kindergärten bekommen, werden um je 5 Prozent erhöht. Außerdem setzt die Diözese ihre 2012 begonnene Förderung einer hochwertigen Betreuung für unter-dreijährige Kinder fort, ebenfalls mit einer Erhöhung von 5 Prozent.

Einig sind sich die Finanzverantwortlichen im Diözesanrat über die Verantwortung ihrer wohlhabenden Diözese: „Geld ist nur dann gut, wenn es guten inhaltlichen Konzepten folgt, die wiederum den Menschen in ihren Nöten und Bedürfnissen bestmöglich dienen“, formulierte der ehrenamtliche Finanzausschussvorsitzende Werner Krahl bei der Pressekonferenz zur Haushaltssitzung. Der Leiter der Hauptabteilung „Finanzen und Vermögen“ des Bischöflichen Ordinariats, Dietmar Krauß, sagte: „Die Finanz- und Haushaltspolitik soll kirchlich geprägt bleiben und längerfristig orientiert die kirchliche Aufgabenerfüllung mit ermöglichen. Die Finanzen sollen besonders die Seelsorge und weitere pastorale und karitative Bereiche mit ermöglichen.“
So sehen die Finanzplanungen 2019/2020 konkret aus

Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn dankte allen Kirchensteuerzahlern und Spendern in der Diözese. Er betonte: „Bei allem, was uns an unserer Kirche zweifeln oder verzweifeln lässt, sollten wir im Blick behalten, welchen Auftrag diese Kirche hat. Sie soll die Freude am Glauben an Gott wecken und erhalten. Sie leistet viel mit ihrer politischen Anwaltschaft und ihren sozialen Angeboten für den Zusammenhalt und das menschliche Miteinander in unserer Gesellschaft. Dies alles ist nur durch die Kirchensteuer möglich.“

Im Diözesanrat beraten: 55 Laienvertreter und -vertreterinnen aus den Dekanaten ...

... Vertreter und Vertreterinnen der Ordensgemeinschaften, der Jugend, der Verbände,der Katholiken anderer Muttersprache, der kirchlichen Berufsgruppen und der Priester und Diakone ...

Stimmberechtigt sind außer dem Vorsitzenden, Bischof Gebhard Fürst, und dessen Stellvertreter, Generalvikar Clemens Stroppel ...

... gewählt von den 10.000 Kirchengemeinderatsmitgliedern in der Diözese ...

... die Weihbischöfe Matthäus Karrer und Thomas M. Renz, die Hauptabteilungsleiter des Ordinariats, der Delegierte der Evangelischen Landessynode Ulrich Hirsch ...

... nur die Delegierten, die ehrenamtlich im Diözesanrat sind. Die anderen Vertreter und Vertreterinnen des Bischöflichen Ordinariats sind beratende Mitglieder.