Beim Martinuswettbewerb reden Schüler Europa ins Gewissen

Gut 90 Schüler aller Schularten haben bei einem Wettbewerb des Diözesanrats und der Hauptabteilung Schulen der Diözese Rottenburg-Stuttgart kreativ die Frage beantwortet: „Was würde der heilige Martin uns Europäern heute sagen?“ Da Ministerpräsident Winfried Kretschmann Schirmherr des Wettbewerbs ist, wurde am 11. Mai im Landtag der erste Preis verliehen und eine Auswahl der 22 eingereichten Beiträge gezeigt. Die weiteren Gewinner werden im Beisein des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst am 12. Mai in der Diözesanratssitzung im Kloster Schöntal ausgezeichnet.




Den ersten Preis ...

gewannen drei Schülerinnen (Carla Hilgarth, Clara Jakob und Freya Michl) des Salvatorkolleg Bad Wurzach mit einem Video. Darin spielen sie eine moderne Version der Mantelteilung, interviewen eine Tafel-Mitarbeiterin und beziehen selbst Stellung zur Nächstenliebe. Jury-Mitglied und Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn sagte in seiner Laudatio am Donnerstag im Landtag Baden-Württemberg: „Besonders gefallen haben uns die Reflexionen zur Frage ‚Was würde Martin sagen?‘ und die Antworten ‚Öffnet euer Herz! Auch kleine Taten können sehr viel bewirken.‘ Der Film zeigt hervorragend soziales Engagement und zieht ein pointiertes Fazit.“ Die Schülerinnen werden vom Europa Zentrum Baden-Württemberg zu einer zweitägigen Exkursion zu den Einrichtungen der Europäischen Union in Straßburg eingeladen.
Zur Laudatio (Dr. Johannes Warmbrunn)
 Zum Sieger-Video

Der zweite Preis ...

ging an sechs Schüler der Martinus Schule der Stiftung Lindenhof in Schwäbisch Gmünd. Die teils schwer mehrfach behinderten Jugendlichen haben ein Hochwasserszenario nachgespielt und als Video aufgezeichnet. Der augenzwinkernde Clou der Geschichte: Der heilige Martin holt gleichsam aus dem Jenseits mittels einer SMS Hilfe für die Hochwasseropfer. „Das Vorbild des Heiligen Martin für soziales Handeln wird hier doppelt sichtbar: In der Geschichte zeigt sich der große europäische Heilige Martin von Tours im lokalen Erfahrungsraum. Und bei den jugendlichen Schauspielern bekommt jeder eine Rolle, die für ihn zu bewältigen ist. Das ist Teilhabe in der höchstmöglichen Form“, lobte Augustyniak-Dürr in ihrer Laudatio. Mit ihren Lehrern dürfen die Preisträger einen Ausflug nach Stuttgart genießen.
Zur Laudatio (Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr)

Den dritten Preis ...

teilen sich sechzehn Schüler der Sechta-Ries-Schule in Unterschneidheim, die aus Schlagzeilen Gedichtcollagen kreiert haben, mit einem Schüler (Maximilian Ziegler) des Bischof-Sproll-Bildungszentrums in Biberach. Auf dessen Bildcollage zerteilt der heilige Martin mit seinem Schwert den „Nato-Stacheldraht“, der die Grenzen Europas gegen Flüchtlinge abschottet. „Die Schüler stellen in ihrer Sprache und Kreativität existentielle Fragen, die nicht nur Europa, sondern die gesamte Welt betreffen“, zeigte sich der Laudator Harald Hellstern begeistert, der als Vorsitzender des Europaausschusses der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Idee zum Martinuswettbewerb hatte. Als Gewinn werden die Unterschneidheimer Schüler sich zu einem Essen mit dem Diözesanratssprecher und Mitgliedern des Europaausschusses treffen. Der Gewinner aus Biberach erhält ein Preisgeld.
Zur Laudatio (Harald Hellstern, Vorsitzender Europaausschuss)

Einen Zuschuss in die Klassenkasse ...

erhalten außerdem Schüler der Franz-von-Sales-Mädchenrealschule in Obermarchtal, der Lindenparkschule in Heilbronn, des Montfort-Gymnasiums in Tettnang, des Salvatorkollegs in Bad Wurzach, des Salzach-Gymnasiums in Maulbronn und des Gymnasiums in Korntal-Münchingen.
Zur Würdigung der Beiträge insgesamt


Die Jury

Der Jury gehörten an:
Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr, Leiterin der Hauptabteilung Schulen
Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats
Elke Lippmann-Stietzel, Mitglied der AG St. Martin, Kreisgymnasium Riedlingen
Harald Hellstern, Mitglied der AG, Diözesanrat
Dr. Stefan Meißner, Mitglied der AG, Diözesanrat
Elisabeth Jeggle, 1999 bis 2014 Europaabgeordnete, ehemals Vorstand Schulstiftung