Grußwort des Schirmherrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann



Foto: Staatsministerium

Europa beschreibt nicht nur die geografischen Grenzen unseres Kontinents. Europa ist auch eine Gemeinschaft von Staaten und Völkern, die Identität stiftet, Einheit entfaltet und eine gemeinsame Basis für Wertemaßstäbe und Zusammenarbeit schafft. Diese europäische Einheit ist wichtig. Sie ist der Grund für unser friedliches Miteinander seit mehr als einem halben Jahrhundert.

Dieses friedliche Miteinander wird derzeit auf den Prüfstein gestellt: Nicht erst seit dem Flüchtlingszustrom oder dem Brexit mehren sich Stimmen, die die europäische Gemeinschaft infrage stellen und nationale Interessen in den Vordergrund rücken. In dem von Papst Franziskus ausgerufenem Jahr der Barmherzigkeit gilt es deshalb mehr denn je, Solidarität und Barmherzigkeit zu zeigen und zu leben. Denn nur im Miteinander können wir den Herausforderungen dieser Zeit entgegen treten.

Für solche zwischenmenschliche Solidarität über alle Grenzen hinweg steht wie kein Zweiter der „europäische“ Heilige Martin von Tours. Mit seiner berühmten Tat der Mantelteilung bezeugte er Christi Barmherzigkeit gegenüber jedem Menschen – eine Barmherzigkeit,
die nicht nach Alter, Geschlecht, Nationalität oder Stand fragt. Nicht umsonst ist Martins beispielhafte Tat den Menschen bis heute ein Impuls für Mitmenschlichkeit und soziales Handeln.

Anlässlich des 1700-jährigen Geburtstags des Heiligen Martin von Tours begleitet der Diözesanpatron die Diözese Rottenburg-Stuttgart dieses Jahr in besonderer Weise. Ob Pilgerweg, Veranstaltungen oder der Martinswettbewerb – Martin von Tours prägt das Kirchenjahr 2016 der Diözese Rottenburg-Stuttgart entscheidend mit.

Der Wettbewerb „Martin bewegt Europa“ ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, sich intensiv mit Martin von Tours und seiner Botschaft der Nächstenliebe, des Friedens und sozialen Engagements auseinander zu setzen, gerade auch im Hinblick auf Europa. In unserem heutigen Streben nach Orientierung, richtigen Wertmaßstäben und politischer Klugheit kann der angehende Europäer Martin von Tours ein wichtiges Vorbild sein. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutet dies, neue Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, auch in der Person des Heiligen Martin. Dabei sind der kreativen Umsetzung keine Grenzen gesetzt.

Dem Wettbewerb „Martin bewegt Europa“ wünsche ich neue, interessante Denkanstöße, einen wertvollen Austausch und den Schülerinnen und Schülern viel Spaß bei der kreativen Gestaltung ihrer Aufgabe!

Winfried Kretschmann
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg