Sexueller Missbrauch



Was ... zum Leben selbst in Gegensatz steht, ... was immer die Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt, ... was immer die menschliche Würde angreift, ...: all diese ... Taten sind an sich schon eine Schande; sie sind eine Zersetzung der menschlichen Kultur, entwürdigen weit mehr jene, die das Unrecht tun, als jene, die es erleiden.

II. Vaticanum, Gaudium et spes 27


Bericht im Diözesanrat

Die Vorsitzende der Kommission sexueller Missbrauch der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Monika Stolz, und die Präventionsbeauftragte Sabine Hesse erstatteten am 19. Juni dem Diözesanrat Bericht. Die von Bischof Gebhard 2002 eingerichtete Kommission befasste sich seit ihrer Gründung mit 170 Fällen von sexuellem Missbrauch in Vergangenheit und Gegenwart; 2014 waren es etwa 40 Fälle und Anfragen, die bei der Kommission ankamen. Aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls wurden seit 2011 „in Anerkennung des Leids“ 464.000 Euro ausbezahlt, verteilt auf 88 Personen (2014: 54.500 Euro für 10 Personen). Weitere 24 Personen erhielten finanzielle Unterstützung für therapeutische Maßnahmen in einer Höhe von insgesamt rund 70.000 Euro (2014: 13.000 Euro für 7 Personen). Große Bedeutung hat nach Überzeugung Monika Stolz‘, den Opfern Glauben zu schenken, Fakten zu erheben und so gründlich wie möglich zu arbeiten. Für präventive Maßnahmen wurde Ende 2012 die Stabsstelle „Prävention, Kinder- und Jugendschutz“ gegründet. 1.600 pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über 96 Prozent, haben seitdem an Präventionsfortbildungen teilgenommen. Weiterhin wurde ein Diözesanes Präventionsnetzwerk geschaffen. Zudem arbeitet die Diözese am Forschungsprojekt der Deutschen Bischofskonferenz mit. In absehbarer Zeit sollen in Kirchengemeinden Pilotprojekte zur Umsetzung der diözesanen Präventionsordnung durchgeführt werden



Präventionsprogramm

Verpflichtende Fortbildungen für pastorale Mitarbeiter/innen, Informationsveranstaltungen an verschiedenen Orten der Diözese und eine Open-space-Akademietagung zur Diskussion von Visionen, Leitbildern und Zielen der Prävention sind die ersten Schritte in der Präventionsstrategie der Diözese Rottenburg-Stuttgart gegen sexualisierte Gewalt.

 Mehr erfahren Sie auf der Diözesanhomepage



Aktueller Bericht der Kommission sexueller Missbrauch

2002 hat Bischof Gebhard Fürst für seine Diözese eine unabhängige Kommission sexueller Missbrauch eingerichtet. Die Kommission ist im Bereich der Aufklärung und Untersuchung von Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und allen Bereichen der Diözese tätig.
 Kommission sexueller Missbrauch


 

Präventionsbeauftragte

Die Diplomtheologin und -pädagogin Sabine Hesse hat im Dezember 2012 ihren Dienst als Präventionsbeauftragte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und als Geschäftsführerin der 2002 eingerichteten Kommission für sexuellen Missbrauch  angetreten. Zu den Aufgaben der ausgebildeten Kinderschutz-Fachkraft als Präventionsbeauftragte gehören Konzeption, Koordination und Qualitätssicherung unter anderem von Schulungen zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und der Aufbau eines Netzes von Vertrauenspersonen in Dekanaten sowie deren Qualifizierung.


Studie zu Missbrauch in der deutschen Kirche

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Institut für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen haben am 7. Dezember 2012 in Trier die Ergebnisse der Studie „Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland – Eine Analyse forensischer Gutachten 2000-2010“ vorgestellt.  Mehr


Links


Erklärung des Diözesanrats 03/2010

 Ansprechpartner bei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch

 Diözesane Homepage "Hilfe bei Missbrauch"

 Diözesane Kommission Sexueller Missbrauch

 Diözesaner BDKJ zum Thema "Schutz von Kindern und Jugendlichen"