Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie - Bündnis gegen Altersarmut - Ruf nach Ämterreform

In einer öffentlichen Erklärung hat der Diözesanrat die Katholiken aufgefordert, gegen Fremdenfeindlichkeit und Spaltung in der Gesellschaft und für Demokratie und Freiheit einzutreten. Außerdem beschäftigte sich der Diözesanrat mit der zunehmenden Altersarmut und katholischen Ämterfragen. Er ist für das Diakonat der Frau und für Viri probati.



Die 100 stimmberechtigten Vertreter der Katholiken in Württemberg haben am 12. Mai im Kloster Schöntal eine entsprechende Stellungnahme mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Der Diözesanrat wende sich mit seiner Positionierung in erster Linie an Katholiken, die populistischen Argumentationen folgen, mit politisch rechten Positionen sympathisieren oder rechte Parteien unterstützen, erklärte Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn. Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen seien aufgerufen, entschieden „Widerstand gegen alle Versuche, nationalistisches Gedankengut in unserem Land wieder salonfähig zu machen“ zu leisten. Hetze und Hass dürften dort keinen Raum finden, auch wenn verständlich sei, dass gesellschaftliche Veränderungen und soziale Ungerechtigkeiten Zukunftsängste hervorrufen. „Solche Ängste und Sorgen müssen wir aufgreifen und in politisch verantwortliches und sozial gerechtes Handeln umsetzen“, heißt es in der Erklärung. Der christliche Glaube sei dafür eine ausgezeichnete Orientierung und auch Kraftquelle, betonte Johannes Warmbrunn. Dass „das Volk“ für eigene Interessen vereinnahmt, Lügen verbreitet oder die im Grundsatz bewährte Gesellschaftsordnung sowie seriöse journalistische Arbeit diffamiert werde, sei nicht zu tolerieren.

„Wir wollen auch in Zukunft in einer weltoffenen Gesellschaft leben, in der die Würde und Freiheit eines jeden Menschen gemäß der europäischen Menschenrechtskonvention gewahrt, Teilhabe ermöglicht, für Bedürftige gesorgt und die Regeln von Demokratie und Rechtsstaat beachtet werden“, stellt der Diözesanrat in seiner Erklärung klar. Er ruft alle Kirchenmitglieder auf, „christliche Werte und die christliche Weltverantwortung mutig und öffentlich einzubringen, im gesellschaftlichen Diskurs ebenso wie im innerkirchlichen Dialog und in unseren Gottesdiensten.“

Zur Erklärung im Wortlaut

Altersarmut gefährdet sozialen Frieden

Auf zunehmende Verarmung im Alter haben Fachreferenten des Caritasverbands den Diözesanrat hingewiesen. In Baden-Württemberg hätten ältere Menschen ein überdurchschnittlich hohes Risiko, auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Der Diözesanrat engagiert sich deshalb gemeinsam mit 30 anderen gesellschaftlichen Akteuren im Land in einem „Bündnis gegen Altersarmut in Baden-Württemberg“ für eine Weiterentwicklung der solidarischen Alterssicherung und für tragfähige, gerechte Rentenmodelle, die Erwerbstätigkeit angemessen würdigen. „Wenn es nicht gelingt, hier massiv gegenzusteuern, steht der soziale Frieden auf dem Spiel“, warnte Andrea Tanneberger, Vorsitzende des Diözesanausschusses Soziale Gerechtigkeit.

Diözesanrat für Ämterreformen in der katholischen Kirche

Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart hat sich „nachdrücklich für eine schnelle Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen in der katholischen Kirche“ ausgesprochen. Die Delegierten teilten die Einschätzung von Bischof Gebhard Fürst, der Frauendiakonat sei ein „Zeichen der Zeit“. Die seelsorgliche Situation erfordere das diakonische Weiheamt für Frauen. „Jede weitere Verzögerung schadet der Glaubwürdigkeit der Kirche“, mahnen die Delegierten in einer Stellungnahme. Deshalb appellieren sie an die Deutsche Bischofskonferenz, „auf eine entsprechende Entscheidung in Rom hinzuwirken“. Der Diözesanrat, der im vergangenen Jahr dem Netzwerk Diakonat der Frau beigetreten ist, argumentiert: „Frauen leisten den Großteil der diakonischen Arbeit in der Kirche. Die Öffnung des Diakonats für Frauen würde die religiöse Dimension ihres Dienstes an den Menschen sichtbar machen.“
Zur Erklärung zum Diakonat der Frau im Wortlaut

Ebenso unterstützt das Gremium ausdrücklich den Appell der Initiative Pro Concilio, angesichts des Priestermangels „als ersten rasch realisierbaren Schritt bewährte verheiratete Männer, etwa Diakone und Pastoralreferenten, zu Priestern zu weihen“. Der Diözesanrat hat die Katholiken dazu aufgefordert, den Appell durch Beteiligung an der Unterschriftenaktion zu unterstützen. Die Initiative Pro Concilio will die Unterschriften Anfang Juli an Bischof Gebhard Fürst mit dem Auftrag übergeben, sich in der Bischofskonferenz für diesen neuen Zugang zum Priesteramt einzusetzen.
 Initiative Pro Concilio

Auszeichnung für Schüler und Schülerinnen

Die Gewinner des Schülerwettbewerbs "Was der heilige Martin uns Europäern heute sagen würde" kommen aus Bad Wurzach, Schwäbisch Gmünd, Unterschnediheim und Biberach. Über 90 Teilnehmer/innen haben überaus kreative und bedenkenswerte Filme, Kunstwerke, Reden und Musikstücke geschaffen.
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