Klare Kante gegen Ausgrenzung und Nationalismus

Diözesanrat diskutiert aktuelle Entwicklungen


Mit dem Phänomen des Populismus und der Frage, wie sich die Kirche für den Erhalt freiheitlicher Demokratie einsetzen kann, hat sich der Diözesanrat befasst. Unter den Delegierten herrschte Einigkeit, dass einem demokratiefeindlichen Populismus entschieden Widerstand geleistet werden muss.



Es sei wichtig, so Bischof Gebhard Fürst, ein Ohr für die Sorgen, Ängste und Anliegen der Menschen zu haben, die von Populisten vereinnahmt werden, und gleichzeitig die Trennlinie zwischen kirchlichen und populistisch-nationalistisch geprägten Positionen klar zu benennen. Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn fasste die Diskussion im Diözesanrat zusammen: "Aus unserem christlichen Glauben gibt es zwei zentrale Botschaften: Erstens müssen wir einem Populismus Widerstand leisten, der bestimmte Gruppen ausgrenzen und Menschenrechte einschränken will. Und zweitens müssen wir den Menschen Räume eröffnen, in denen sie Vertrauen, Geborgenheit, Hoffnung und Zuversicht finden können. Hier hat die Kirche eine besondere Verantwortung.“ Die Katholikenvertretung verständigte sich darauf, sich in ihrer nächsten Sitzung am 12./13. Mai in einer öffentlichen Erklärung zum Populismus zu positionieren.

UN-Agenda 2030, Enzyklika "Laudato si" und 60 Jahre Römische Verträge
Auf die Beteiligung des Diözesanrats am Aktionsbündnis „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel.“ machte die Vorsitzende des Diözesanausschusses Eine Welt, Brigitte Willbold-Mulach aufmerksam. Dies sei ein konkreter Beitrag zu einer friedlicheren Welt. Gertrud Casel, Geschäftsführerin der Deutschen Kommission Justitia et Pax, betonte in ihrem Gastreferat zur UN-Agenda 2030, die aktuelle Situation sei „himmelschreiend“. Während die Hilfen für die verheerende Hungerkatastrophe in Ostafrika deutlich unterfinanziert seien, werde gleichzeitig ein Vielfaches „in eine neue Runde Wettrüsten“ investiert. „Ich fürchte, wir rutschen da wieder in einen mörderischen Widerspruch hinein, und dies ohne jegliche öffentliche Aufmerksamkeit“, so Casel.

In den Gottesdiensten an den beiden Sitzungstagen erinnerte der Diözesanrat an die Römischen Verträge, die vor 60 Jahren die Grundlage für ein vereintes Europa legten. Aus dem „größten Schlachtfeld der Weltgeschichte“ heraus sei Europa „einen beispiellosen Weg der Versöhnung“ gegangen, für den die Europäische Union im Jahr 2012 den Friedensnobelpreis erhalten habe. „Mehr als 70 Jahre Frieden, auf die wir in Deutschland zurückschauen, sind uns Verpflichtung, auch heute Frieden aus dem christlichen Geist der Versöhnung zu stiften – zum Wohl und zum Glück, zum Wohlstand der Menschen“, sagte Bischof Gebhard Fürst.

Hauptreferat von Dr. Michael Krämer "Populismus - eine Gefahr für Demokratie und 'offene Gesellschaft'"

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift des Diözesanrats und Priesterrats INFORMATIONEN mit dem Schwerpunkt "Nicht: Populismus"

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen hat sich am 30. März zum selben Thema positioniert:  Rechtspopulismus ist keine Wahl

 

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